Geschichte

Inhaltverzeichnis:

Von Traktor Nünchritz in der Schule Boritz bis zum SV Hirschstein mit dem Spielort in Riesa
1. Tischtennis als Volkssport gegründet
2. Tischler hilft bei Materialproblemen
3. Das „Schneiden“ wird gelernt
4. Erste Freundschaftsspiele
5. Sportgemeinschaft gesucht
6. Tagesreise zum Auswärtsspiel
7. Wechsel der Sportgemeinschaft
8. Die Schule wird zu klein
9. Ungenügende Spielbedingungen
10. Arndt Kretzschmar wird neuer Sektionsleiter
11. Wieder im Boritzer Saal
12. Kontakte zu Einheit geknüpft
13. Gastspieler und Verstärkungen
14. Damen wieder aktiviert
15. Auch der Nachwuchs zieht nach Riesa
16. Einheit 1. wird Hirschstein 2.
17. Bessere Bedingungen und doch Probleme

Mannschaften, Spieler und Erfolge von 1957 bis heute

18. Erste Mannschaft im Bezirksmaßstab
19. Abwerbung und Wechsel von Spielern
20. Erster Mannschaftskreismeistertitel bei den Männern
21. Traktor Riesa wechselt zu Hirschstein
22. Erster Auftritt von neuen Mannschaften
23. Schulsportgemeinschaft sorgt für Nachschub
24. Mitgliederanstieg durch gute Nachwuchsarbeit
25. Erfolgreiche Saison 1987/88
26. Zusätzlicher Aufschwung durch Spiellokalwechsel 1988
27. Damenmannschaft startet in der Bezirksliga
28. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft
29. Mannschaften bis 1980


Von Traktor Nünchritz in der Schule Boritz bis zum
SV Hirschstein mit dem Spielort in Riesa


1. Tischtennis als Volkssport gegründet

Der Name Hirschstein hat in bezug auf Tischtennis über unsere Region hinaus einen
guten Ruf.
Begonnen hat alles am Anfang der 1950´er Jahre. Der Begründer des Hirschsteiner
Tischtennis, Herr Helmut Stellmacher, war seit 1946 als Lehrer und Direktor an der
Oberschule Boritz tätig. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde nach machbaren
kulturell- sportlichen Betätigungen für die Kinder und Jugendlichen gesucht. Als
Lehrer diesbezüglich besonders in der Pflicht erinnerte sich Sportfreund Stellmacher
daran, dass er als Jugendlicher 1939/40 in einem Lehrerbildungsseminar in seiner
niederschlesischen Heimat in der Nähe von Niesky selbst zum erstenmal Tischtennis
gespielt hatte.
Die räumlichen Vorraussetzungen für den außerschulischen Sport waren zwar durch
das Fehlen eines Turnraumes in der Boritzer Schule nicht vorhanden, deshalb konnte
der Tischtennissport nur in Klassenzimmern durchgeführt werden. Dabei war das
Wegräumen der Schulmöbel aus den Zimmern vor dem Spielen und wieder
Einräumen danach umständlich und erschwerend. Trotz dieser enormen Erschwernis
wurde am Anfang der Fünfziger Jahre mit dem Tischtennisport begonnen.

Historische Boritzer Postkarte von etwa 1935. Das Klassenzimmer links neben der Eingangstür der Schule war der erste Trainingsraum für den Volkssport. Danach wurde auch noch das Klassenzimmer im Erdgeschoss rechts als Spielraum genutzt. Die zwei Fenster dazwischen gehörten zum sogenannten „Kochstübchen“.

2. Tischler hilft bei Materialproblemen

Was fehlte war eine Tischtennisplatte. Da konnte zunächst nur ein Tischler helfen.
Die Familie Stellmacher erinnerte sich an die Tischlerei Fischer in Zehren, die für
sie schon Möbel angefertigt hatte. Die genauen Maße verschaffte sich Sportfreund
Stellmacher in Riesa wo bei Empor und Lok schon Tischtennis gespielt wurden.
Bälle, Netze und geeignetes Schlägermaterial gab es zu kaufen. Aber auch Schläger
wurden durch Tischler angefertigt. Bernd Dietze spielt heute noch ein über vierzig
Jahre altes Schlägerholz. Dieser erste Tisch vom Zehrener Tischler wurde im
Schulerdgeschoss in dem Zimmer Richtung Albrecht (Opper) aufgebaut. So konnten
im außerschulischen Sport Kinder an zunächst einer Platte spielen. Die nächsten
Tische wurden im Laufe der Zeit über den Kreis beziehungsweise die
Gemeindeverwaltung Boritz besorgt. Höhepunkte waren die Schulmeisterschaften
und erste Talente zeigten sich.


Arndt Kretzschmar im Turnraum der Schule Boritz am 08.12. 1986.

3. Das „Schneiden“ wird gelernt

An den Abenden trafen sich Lehrer der Schule und Interessierte aus der Umgebung
zum Spielen im Rahmen des Volkssportes, während ihre Frauen, eine Etage höher in
der Lehrerwohnung der Familie Stellmacher, eigenen Freizeitinteressen nachgingen.
Unter den ersten Volkssportspielern waren mit Gerhard Scholz und Herbert Wachs
aus Althirschstein zwei Spieler die schon Spielpraxis mitbrachten und so den
anderen technisch- taktische Dinge beibringen konnten.
Sportfreund Scholz hatte während seiner Kriegsgefangenschaft Tischtennis gespielt
und konnte als einziger Bälle mit Schnitt spielen, während Sportfreund Wachs beim
Kraftverkehr Meißen in einer Betriebsmannschaft spielte. Weiter gehörten noch zu
den ersten Volkssportlern die Boritzer Lehrer Hellmut Stellmacher, Hermann Wolf,
Helmhard Unger sowie Heinz Klauß.


4. Erste Freundschaftsspiele

So wurden mehrere Jahre nur hobbymäßig als Volkssport gespielt, das blieb aber
anderen aktiven Spielern aus Riesa nicht verborgen. Sportfreund Egon Meyer von
Empor Riesa (später Fortschritt, jetzt SC Riesa) nahm Kontakt nach Boritz auf und
es wurde ein Freundschaftsvergleich gegen Empor Riesa 3. Mannschaft vereinbart.
Durch zwei Tatsachen bleibt Sportfreund Meyer den älteren Tischtennisspielern
unvergessen. So war er selbst aktiver Spieler, allerdings mit dem Handicap auf nur
einem Bein spielen zu müssen, was er aber meisterlich durch beidhändiges Spielen
ausglich. Weiterhin ist er Schöpfer von unzähligen handgemalten
Tischtennisurkunden für die Sieger und Platzierten von Meisterschaften.
Bei diesem ersten freundschaftlichen Vergleich brachte Sportfreund Stellmacher den
Empor- Spieler Mayer an den Rand einer Niederlage. Daraufhin erhielt er das
Angebot der Riesaer in ihrer Mannschaft in der Kreisklasse mitzuspielen. Eine
Saison 1956/57 spielte er bei Empor. Davon angestachelt wollten es ihm die
anderen Boritzer Spieler gleichtun. Am 30. Januar 1957 wurde erneut ein
Freundschaftsspiel gegen Empor in Boritz ausgetragen. Boritz/Bahra, wie sich die
Mannschaft ohne Gemeinschaft damals nannte, spielte mit Stellmacher, Wachs,
Wolf, Unger, Scholz und Klauß. Für das Spieljahr 1957/58 wurde eine Mannschaft
für die Kreisklasse der Herren angemeldet, natürlich mit dem ersten
punktspielerfahrenen Boritzer.


Freundschaftsspiel am 24. Juni 1984 gegen Aufbau Demitz- Thumitz (links) in der Schule Boritz,
von hinten rechts die Hirschsteiner Spieler: Andreas Opper, Torsten Zschätzsch, Karl- Heinz
Opper, Thomas Haas, Fritz Gebel und Arndt Kretzschmar


5. Sportgemeinschaft gesucht

Was nun noch fehlte war eine Sportgemeinschaft unter deren Namen die Mannschaft
starten konnte. Die Fußballer, die nach dem Krieg bis Mitte der Fünfziger Jahre auf
einem selbst geschaffenen Platz am Rand der Lehmgrube in Althirschstein unter
dem Namen SG Boritz gespielt hatten, konnten ihrem Sport nicht mehr nachgehen.
Unter ihnen waren mit Hermann Wolf, Helmhard Unger und Gerhard Scholz auch
Tischtennisspieler. Das Spielfeld der Fußballer, eine Wiese mit ringsum
aufgeschütteten Abraumhalden, die als Platz für die Zuschauer dienten, wurde zum
Verkippen von Abraum benötigt.


Die Fußballer der SG Boritz 1952 mit einigen Tischtennisvolkssportlern.

In nächster Nähe, wenn man die noch bestehenden Fähren in Althirschstein und
Leutewitz nutzt, gab es die Sportgemeinschaft Traktor Nünchritz. Die aus der MTS
(Maschinen Traktoren Station) Nünchritz hervorgegangene BSG frönte in
Merschwitz dem Fußball. Eine Sektion Tischtennis gab es nicht. Aber die wurde
kurzerhand gegründet und Sportfreund Stellmacher war der erste Sektionsleiter. So
spielte die erste Männermannschaft in der Boritzer Schule unter dem Namen Traktor
Nünchritz ihre erste Saison 1957/58 in der Kreisklasse. Die Gründungsmitglieder
sind die neun Männer: H. Stellmacher (Sektionsleiter), H. Wolf (Kassierer), H.
Unger (Schriftführer), G. Scholz (stellv. Schriftführer), H. Haupt, F. Gebel, H.
Wachs, P. Hiller, H: -G. Hasenpusch sowie die fünf Jugendlichen R. Horn
(Mannschaftsleitung Jugend), D. Lambrecht, W. Rolle, L. Kiewitt und E. Schimpe.
Die Sektionsleitung wurde am 10. Januar 1958 gewählt. Das erste Spiel fand am 15.
September 1957 gegen Stahl Riesa statt und endete mit 11:1 für Stahl. Für
Hirschstein spielten die Sportfreunde Stellmacher, Scholz, Wolf, Unger, Haupt und
Gebel.
Eine männliche Pioniermannschaft unter dem Namen der Schulsportgemeinschaft
Boritz/Bahra startete schon in der Rückrunde 1956/57.Diese Gemeinschaft nennt
sich die ersten Jahre Boritz/Bahra, denn die Schule Bahra besteht noch bis Anfang


Die Tischtennisspieler 1963 beim Umzug anlässlich der Feier 100 Jahre Schule Boritz,
80 Jahre Feuerwehr und 75 Jahre Chor Boritz.


der 1960´er Jahre und untersteht der Zentralschule Boritz. Schon 1950 fand die
sogenannte Zentralisation der Schulen statt, nach der die Kinder von der 5. bis zur
8. Klasse aus der Schule Bahra die Boritze Schule besuchten. Auf Urkunden vom
Anfang der 1960´er Jahre steht als Sportgemeinschaft noch der Name Schule
Boritz/Bahra.
Durch das außerschulische Training und die Schulmeisterschaften hatten sich
Anwärter für diese Mannschaft gezeigt. Dieser Mannschaft gehörten die Spieler D.
Lambrecht, W. Klein, J. Weber, L. Kiewitt, W. Herzig, R. Stark, D. Blietzsch und S.
Hartmann an.


6. Tagesreise zum Auswärtsspiel

Die Männer mussten zu den Punktspielen auch zur damals einzigen, außerhalb von
Riesa spielenden Mannschaft, nach Wülknitz. Auch diese Sportgemeinschaft ging
aus der vor Ort bestehenden MTS hervor. Zur Anreise ging es zunächst von Boritz
und Umgebung mit dem Fahrrad zum Riesaer Bahnhof und weiter mit dem Zug
nach Wülknitz. Nach dem Tischtennis bot sich den Boritzern oft noch die
Möglichkeit, die Kegelanlage vor Ort zu nutzen. Eine Episode über diese Fahrten
macht heute immer noch die Runde. Nach der Ankunft auf dem Wülknitzer Bahnhof
an einem Sonntagmorgen, bestellte einer der Boritzer am Fahrkartenschalter unter
dem Gelächter der anderen sechs Bier. Damals wurde im Kreis noch mit
Sechsermannschaften gestartet.


7. Wechsel der Sportgemeinschaft

Am 1. Januar 1961 trat die Sektion Tischtennis der BSG Traktor Nünchritz der neu
gegründeten BSG Traktor Hirschstein bei. In einem Brief des Sektionsleiters Helmut
Stellmacher vom 15.Januar 1961, den er wegen Nichtantreten der Jugendmannschaft
in einem Spiel der Bezirksklasse schreibt, werden die Gründe dafür genannt und
auch erwähnt, dass die Sektion sich jetzt der BSG Traktor Hirschstein anschließen
musste, um einen Zerfall der Mannschaften zu verhindern. In der Chronik der
Gemeinde Bahra, zu welcher der Ort Neuhirschstein mit dem Schloss Hirschstein als
Namensgeber gehört, ist im Jahr 1960 die Bildung einer Sportgemeinschaft
Tischtennis mit 10 Männern, 6 Jugendlichen und 12 Pionieren erwähnt. Die
Tischtennisspieler sind zu dem Zeitpunkt die einzigen Sportler der Gemeinschaft die
am Punktspielbetrieb teilnehmen. Noch im Dezember 1960 wird bei einer Sitzung
des Fachausschusses Tischtennis der Name Traktor Nünchritz genannt. Vom 21.
Januar 1961 existiert eine handschriftliche Austrittserklärung von Günter Maienberg
aus der Tischtennismannschaft Traktor Hirschstein. Eine Frauengymnastikgruppe
war die erste Sektion die sich um 1958 gründete.


8. Die Schule wird zu klein

Die Suche nach besseren Spielräumen war von Anfang an ein Problem. Für den
Freizeitsport waren die Klassenzimmer vielleicht noch ausreichend, wenn man das
erschwerende Möbelrücken außer Betracht lässt, doch spätestens mit dem Einstieg
in den Punktspielbetrieb waren die Bedingungen ungenügend. Die begrenzten
Platzverhältnisse ließen natürlich auch nur eine spezielle Spielweise der Boritzer
Spieler zu. In Heimspielen mag das noch ein Vorteil gegenüber den
Gastmannschaften gewesen sein, die es gewohnt waren auch mal einige Meter hinter
dem Tisch zu spielen oder einen Abwehrschlag höher als die in Boritz möglichen
etwa 2,50 Meter zu spielen. Was zu Hause noch ein Vorteil war, geriet auswärts zum
Nachteil. Eine zu nahe Spielweise am Tisch hatte die Boritzer geprägt. Um diesen
Bedingungen auszuweichen wurde gleich zu Beginn der Saal des Boritzer
Gasthauses als Spielstätte genutzt. Allerdings gab es im Winter ein Heizproblem und
der Saal wurde auch für andere Veranstaltungen gebraucht. Ab 1963 wurde wieder
nur in der Schule gespielt.
Zehn Jahre später bestand immer noch die gleiche Situation und im
Rechenschaftsbericht des Sektionsleiters wird erwähnt, dass immer noch unter den
gleichen Bedingungen wie 1957 gespielt wird. Dabei waren seitdem die
Mitgliederzahlen stark gestiegen und 7 Mannschaften standen im Wettkampfbetrieb.
Für Gastmannschaften war es immer ein Graus in Boritz anzutreten, ständig hatten
sie Kontakt mit der Wand im Rücken, dem Spieler am Nachbartisch oder dem
Barren in der Ecke des Zimmers.


Jugendtraining am 25.11.1986 im Sportraum der Schule Boritz, vorn Hagen Dietze
und bei Entspannungsübungen Jens Thomaß.


9. Ungenügende Spielbedingungen

Als Ergebnis dieser ungenügenden Spielverhältnisse legte Sportfreund Stellmacher
im Frühjahr 1973 seine Ämter als Sektionsleiter, Übungsleiter, Betreuer, Kassierer
und AG- Leiter im außerschulischen Sport nieder. Die Arbeit der SSG wurde
eingestellt, Punktspielbetrieb gab es nur noch mit der 1. Herrenmannschaft, der 1.
Jugend und der Damenmannschaft.
Mit den Wahlen der örtlichen Volksvertretungen im Frühjahr 1973 wurden
Hoffnungen auf einen neuen Turnraum gehegt. Nach einem Jahr Pause für die
Kinder der Schulsportgemeinschaft ohne Beteiligung an den Meisterschaftsspielen
ging es aber unter den gleichen räumlichen Verhältnissen in der Schule im
September 1974 mit dem Training und Punktspielen weiter.
Es gab Bestrebungen und verschiedene Vorschläge von der Sektionsleitung
Tischtennis zum Umbau von vorhandener Bausubstanz in Boritz zu einer neuen und
vor allem größeren Spielstätte. Diese hätte nicht nur vom Tischtennis, sondern auch
von anderen Sportarten und vor allem auch für den Schulsport genutzt werden
können. Eines dieser Objekte war die Scheune des Boritzer Gasthofes. Ein anderes
Projekt sah einen Anbau am Sportlerheim Neuhirschstein vor. Mitte der Achtziger
Jahre wurden sogar schon Schachtarbeiten durchgeführt und Baumaterial abgelagert,
doch alles verlief im Sande.


Carsten Hanefeld in dem zweiten als Spielraum genutzten Klassenzimmer in der Schule Boritz
am 25.11.1986. In diesem Raum wurde am Anfang der 1950´er Jahre mit dem Tischtennis als
Volkssport begonnen.


10. Arndt Kretzschmar wird neuer Sektionsleiter

Sportfreund Stellmacher leitete noch bis 1986 das Training der Kinder der
Schulsportgemeinschaft Boritz und übernahm die Fahrten und Betreuung bei
Wettkämpfen. Bei der Wahl der neuen Leitung am 31.Oktober 1980 übergab er das
Amt des Sektionsleiters Tischtennis nach 23 Jahren an den damals gerade 19-
jährigen Arndt Kretzschmar, in punkto Spielstärke war er innerhalb der BSG schon
ganz oben. Zur neugewählten Leitung gehörten außerdem Bernd Dietze als
stellvertretender Sektionsleiter, Fritz Gebel als Leitungsmitglied in der BSGLeitung,
Mathias Lorenz als Kassierer schon ab 1977, Wilfried Hübel als
Gerätewart, Andreas Fichtner als KFA- Mitglied und Mario Ulbricht als
Jugendvertreter.


11. Wieder im Boritzer Saal

Einem 1985 ins Leben gerufenen Jugendklub der Veranstaltungen im Saal des
Boritzer Gasthauses organisierte, gehörten auch viele Tischtennisspieler an. So lag
es nahe, den Saal mit seinen besseren Verhältnissen wieder zu nutzen. Zum
Silvesterpokal Ende Dezember 1986 wurden die Tische erstmals wieder aufgebaut.
Training und Wettkämpfe fanden bis August 1988 statt.


Die Jugendmannschaft mit Jan Rossberg, Carsten Hanefeld, Hagen Dietze und Steffen
Ulbricht (v. l.) vor einem Wettkampf in der Bezirksklasse im Saal des Boritzer Gasthofes
am 28. Februar 1988.


Da im Juli 1988 ein neuer Gastwirt (Thalmann) in Boritz einzogen war, musste der
Tischtennis vom Saal weichen. Da der Tischtennis nun fast 2 Jahre im Gasthof
gespielt hatte, war es nicht mehr so einfach möglich wieder in die Boritzer Schule
zurückzukehren, eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes wurde vom damaligen
Direktor und selbst langjährigem Spieler Hermann Wolf zunächst nicht genehmigt.
Es gab in der letzten Zeit dort auch immer wieder Probleme. So wurde der
Klassenraum Richtung Opper als Werkraum hergerichtet, dadurch bestand nur noch
die Möglichkeit eine Platte aufzustellen. Auch passierte es, dass die Tische nach
dem Training nicht abgebaut wurden und die zwei Außentüren unverschlossen
blieben. Ein zurück wäre gleichbedeutend mit einer Verschlechterung der
Spielbedingungen gewesen.


Silvesterpokalturnier am 27. Dezember 1986 im Boritzer Saal.

12. Kontakte zu Einheit geknüpft

Der neue Sektionsleiter Arndt Kretzschmar knüpfte Kontakte nach Riesa zu Einheit,
man kannte sich ja sowieso durch die Punktspiele. Gegen eine Aufstockung ihrer
Halle mit vier Boritzer Platten und natürlich den Spielern aus Boritz gab es nichts
einzuwenden. Die große Halle der damaligen Karl- Marx Oberschule war an den
Trainingstagen von Einheit nicht voll genutzt und so wechselte ab September 1988
der Trainings- und Wettkampfbetrieb der Herren nach Riesa. Der Nachwuchs konnte
ab dem 09. November 1988 wieder in der Boritzer Schule jeweils mittwochs von
15.45 Uhr bis 19.00 Uhr trainieren. Nach 19.00 Uhr war auch noch Training für die
Jugend und Allgemeine Klasse möglich.


13. Gastspieler und Verstärkungen

Das gemeinsame Training von zwei Sportgemeinschaften in einer Halle, führte
natürlich auch zum Training und Austausch miteinander. 1988 hatte Einheit noch 4
Mannschaften über die 3 Kreisklassen verteilt, aber schon in der Saison 1990/91
spielten die Einheitspieler Steffen Kauschke und Andre Zickert in der 1.
Hirschsteiner Mannschaft in der Kreisklasse sowie Thomas Küttner und Andreas
Schneese in der zweiten Vertretung. Am Anfang ging das noch als Gastspieler, da
spielten auch einige Hirschsteiner bei Einheit. Ab Januar 1992 wurden sie dann aber Mitglied im 1991neu gegründeten SV Hirschstein.


Vereinspokal am 08.01.1989 zum 1. Mal im neuen Spiellokal in Riesa.

14. Damen wieder aktiviert

Auch im weiblichen Bereich hatten die Hirschsteiner Zuwachs. Ehemalige
Spielerinnen der SSG Stauchitz wurden ab 1991 wieder aktiviert, diese hatten bis
zur Wende in der DDR- Liga bei den Damen gespielt. Ab der Saison 1992/93 wurde
Romana Reichel (Schmidt) in der zweiten und Karola Jahn in der dritten Mannschaft
der Herren eingesetzt. Als Damenmannschaft traten sie in Pokalspielen an und
holten 1992- 1995 den Spielbezirkspokal und 1995 wurden sie sogar sächsischer
Pokalsieger. Bei Bezirkseinzelmeisterschaften waren sie auch mehrfach erfolgreich.
Verstärkt wurde das Damenteam ab 1993 durch Petra Grützner und ab 1994 durch
Sabine Frank-Behrendt. Beide waren vorher bei Lok Riesa aktiv. Auf Hirschsteiner
Seite gab es mit Anke Oper, Cathleen Hanefeld und Ulrike Vogel bereits
Spielerinnen, die bei den Herren oder im gemischten Nachwuchsbereich antraten.
Gemeinsam starteten sie als Mannschaft ab dem Spieljahr 1994/95 in der Bezirksliga
und wurden sofort Bezirksmeister.


Das Hirschsteiner Damenteam mit Dr. Sabine Frank- Behrendt, Romana Reichel, Cathleen
Hanefeld, Petra Grützner und Karola Jahn (v.l.) wird vom Vereinsvorsitzenden Gunter Barth für
den Bezirksmeistertitel in der Saison 1994/95 und den Aufstieg in die Landesliga geehrt.
Das Foto entstand vor dem ersten Landesligaheimspiel am 07. Oktober 1995.


15. Auch der Nachwuchs zieht nach Riesa

Der Anteil von Kindern und Jugendlichen aus Riesa erhöhte sich. Bis zur Saison
1990/ 91 fanden die Spiele und das Training noch in Boritz statt. Es gab auch nur 5
Mannschaften im Kreis, jeweils Schüler und Jugend gemischt, dabei auch einige
weibliche Spielerinnen. Zusätzlich wurde 1990 in Boritz montags ein
Trainingsabend zum Spielen mit einem Ballroboter eingerichtet.


Matthias Spölders beim Training in der Boritzer Schule am 25.11. 1986.

Dieses Trainingsgerät wurde 1990 vom ersten Übungsleitergeld gekauft. Interessant
sind sicher auch die Raummieten für Boritz, zum einen für das Robotertraining und
andererseits für das Nachwuchstraining mussten 100 DM im Jahr bezahlt werden.
Für die Halle in Riesa 3,50 DM je Stunde für die Zeiten Dienstag und Freitag 18.00
bis 21.30 Uhr. Ab Herbst 1991 trainierten Schüler und Jugendliche auch aus Riesa
zusammen mit den Boritzern in der Riesaer Halle.


Hirschstein war Ausrichter der Schülerkreismeisterschaften am 02. Oktober 1993.
Vorn von links die Hirschsteiner Teilnehmer: Ronny Küttner, Sven Schirrmacher
und Silvio Scheffler


16. Einheit 1. wird Hirschstein 2.

Bei den Herren waren bis 1994 nur noch sieben Einheitspieler übrig geblieben. Vier
spielten in der einzigen Einheit- Mannschaft in der Kreisunion, die nach ihrem
Kreismeistertitel 1991/92 ab der Saison 1992/93 in der neu gebildeten Kreisunion
mit Großenhain und Meißen startet. Eine neu gebildete zweite Einheit -Mannschaft
nahm 1991/92 den Startplatz von Lok Riesa in der 1. Kreisklasse ein, da sich die
Lok- Sportler nach der Saison 1990/91 aufgelöst hatten. Sie wurden in der Saison
1992/93 Kreismeister, doch nach dieser Saison zog sich die Mannschaft mit den
Spielern R. Herzog, D. Stock, R. Mikulcak und Hockauf (ehemals Lok) aus dem
Spielbetrieb zurück. Zum 1.September 1994 wechselten die Spieler der 1.
Mannschaft L. Gläsel, S. Braun, G. Stock und M. Küttner zum SV Hirschstein und
spielten ab 1994/95 in der Kreisunion als Hirschstein 2. Mannschaft. Die erste
Hirschsteiner Mannschaft spielte schon ab der Saison 1990/91 in der 3. Bezirksliga
(wird später Bezirksklasse).


Die ehemaligen Spieler von Einheit Riesa Matthias Küttner, Lothar Gläsel, Gerd Stock
und Siegfried Braun (v.r.) wechselten im September 1994 zu Hirschstein und spielten in
dieser Formation bis vor wenigen Jahren erfolgreich in der 1. Kreisunion.
Steffen Kauschke (5.v.r.) spielte schon ab 1992 gemeinsam mit Thomas Küttner und
Andreas Schneese bei Hirschstein. Foto: 15.04.2005


17. Bessere Bedingungen und doch Probleme

Mit dem Wechsel des Spiellokales nach Riesa im September 1988 ergaben sich fast
ideale Spielbedingungen. Im Herbst 1994 wurde das Parkett in der Halle gegen
einen wasserfesten Fußboden ausgetauscht, die preiswertere Variante gegenüber
einer Dachreparatur. Der neue elastische Fußboden lässt allerdings die TT-Bälle
kaum noch springen, was aber nur am Anfang einige Anpassungsprobleme bereitete.
Gastmannschaften fällt das immer noch schwerer, obwohl sie sich mittlerweile
damit abgefunden haben.
Ein weiteres Problem, das schon über viele Jahre besteht, betrifft die
Heizungsanlage. Unabhängig von den Außentemperaturen sind die Rohrleitungen in
der Halle heiß und bei sommerlichen Außentemperaturen lädt die Halle mit dem
ungedämmten Dach bei tropischen Innentemperaturen nicht zum Sport ein. Dennoch
fühlen sich die Sportler wohl und fast immer sind die sieben Tische besetzt. Bei bis
zu drei Punktspielen zur gleichen Zeit haben diese jedoch Vorrang und Training
muss eingeschränkt werden. Was den Sportlern natürlich nicht gefällt sind die stetig
gestiegenen Hallenmieten von 4,00 DM über 5,00 € auf 10,00 € je Stunde bei den
Erwachsenen, das Nachwuchstraining ist frei. Natürlich entstehen Kosten, aber die
müssten die Heizung betreffend gar nicht so hoch sein. Dafür müsste an der
Beleuchtungsanlage, die noch aus der Erstausstattung von 1977 besteht, etwas
grundlegendes geändert werden, denn der Verschleiß an Leuchtmitteln ist sehr hoch
und der Austausch dieser passiert zu zögerlich. Unter diesen Bedingungen
entwickelte sich der Hirschsteiner Tischtennissport in Riesa zu einer der größten und
leistungsfähigsten Sektionen im Kreis. Die Landesligamannschaft der Damen ist die
in der höchsten Klasse spielende Mannschaft der Kreises Riesa /Großenhain.


Sieben Tische können in der Riesaer Halle an der Schillerstraße aufgestellt werden, hier
eine Szene vom Vereinspokal im Januar 1989, im Vordergrund Thomas Wahl.


Mannschaften, Spieler und Erfolge von 1957 bis heute

Die erste Mannschaft die in Boritz an Punktspielen teilnahm, war eine männliche
Pioniermannschaft die in der Rückrunde des Spieljahres 1956/57 begann, gefolgt
von der ersten Männermannschaft im Spieljahr darauf. Zehn Jahre lang spielte nur
eine Männermannschaft, erst 1967/68 startete eine zweite Vertretung. Bis zu zwei
Jugendmannschaften sind seit dem Start 1957/58 jedes Jahr bis 2003/2004
angetreten. Die Pionier- oder jetzt Schülermannschaften starteten ab der Rückrunde
1956/57 jede Saison mit ein bis zwei Mannschaften. Im Spieljahr 1973/74 war keine
Schülermannschaft beteiligt und es fand auch kein Training wegen der erwähnten
Turnraumprobleme statt. Schon gleich nach dem ersten Start der
Nachwuchsmannschaften gab es Erfolge bei den Einzel- und Mannschafts-
Kreismeisterschaften. Die ersten Medaillen gab es bei den Kreismeisterschaften
1957. Dieter Lambrecht wurde im Schüler- Einzel Zweiter und Werner Klein belegt
den dritten Rang, im Doppel holten beide zusammen die Bronzemedaille.


18. Erste Mannschaft im Bezirksmaßstab

Die Jugend mit den Spielern Jürgen Weber, Siegfried Hartmann, Rudi Horn und
Günter Maienberg wurden 1959/60 Kreismeister und stiegen in die Bezirksklasse
auf.
1961 nahm Hirschstein als einziger Vertreter des Kreises am Landsportfest in Löbau
teil.
Im September 1961 hatte die Sektion 8 Männer und 6 Jugendliche. Die Pioniere bis
14 Jahre starteten unter der SSG (Schulsportgemeinschaft) Boritz. Dazu gehörten
unter anderem: Bernd Dietze, Wolfgang Kuntze, Günter Arlt, Jürgen Miersch,
Gotthard Groenitz, Hans- Jürgen Reichel, Wolfgang Hampel und Frank Kuntze.
Dritte Plätze bei den Kreismeisterschaften 1961 errangen die Sportfreunde Juretzek
bei der Jugend und Dietze bei den Pionieren.
1962/63 wurde die Jugendmannschaft mit den Spielern Rainer Schmidtchen, Bernd
Dietze, Wolfgang Kuntze und Robert Riedel Kreismeister. In die Bezirkskasse
aufgestiegen, wurde mit 9:19 Punkten ein 5. Platz erreicht. Im darauffolgenden Jahr
wurde die Mannschaft mit nur 4 Spielern durch Besetzungsprobleme
zurückgezogen, da zwei von ihnen eine Lehre auswärts begannen, einer in Schichten
im Stahlwerk arbeitete und der Vierte verzog.
Die Schülermannschaft wurde 1963/64 Kreismeister. Durch geringe Beteiligung von
Jungen wurden ab 1965 erstmals Mädchen im Training aufgenommen.


Siegfried Hartmann, Reiner Schmidtchen, Jürgen Weber und Michael Juretzek (von links)
sind für die Sektion Tischtennis der BSG Traktor Hirschstein beim Umzug 1963 dabei.


19. Abwerbung und Wechsel von Spielern

Durch den Aufbau der Sektion Fußball von Traktor Hirschstein ab 1965 (Platzweihe
in Neuhirschstein am 7. Oktober 1965) wurden rücksichtslos Tischtennisspieler
abgeworben. Schon in den Jahren zuvor wechselten sehr gute Spieler zu anderen
Gemeinschaften. Ein Grund hierfür lag sicher an den ungenügenden
Spielbedingungen in Boritz. So wechselte Dieter Blietzsch 1960 nach Riesa zu
Empor, er wurde im gleichen Jahr Kreismeister der Jugend, bei den Pionieren wurde
es der Boritzer Bernd Dietze.


20. Erster Mannschaftskreismeistertitel bei den Männern

Im Spieljahr 1963/64 erreichen die Männer im Kreis einen 2. Platz unter 5
Mannschaften. Die Jugend erspielte sich 1964 beim Landsportfest des Bezirkes
Dresden einen 3. Platz. Ein großer Erfolg im Männerbereich wurde 1966/67 mit dem
erstmaligen Gewinn des Mannschaftskreismeistertitels erreicht. Zur Mannschaft
gehörten die Spieler Gebel, Weber, Blietzsch, Wolf, Hirsch, Scholz und Stellmacher.
Keinen unbedeutenden Anteil daran hatte der Wiederkehrer Dieter Blietzsch, er
blieb aber nur für eine Saison.


21. Traktor Riesa wechselt zu Hirschstein

Am 25.08 1967 wurde die Sektion von Traktor Riesa (Leutewitz) unter der Leitung
von Sportfreund Hausmann an Traktor Hirschstein angegliedert. Wie es offiziell
hieß, waren in Leutewitz nur geringe Voraussetzungen für die Durchführung des
Wettkampfbetriebes vorhanden und der Zusammenschluss erfolgte im gegenseitigen
Einvernehmen. Andererseits wurde erwähnt, das Hirschstein Spielermaterial braucht
um die bestehenden Kampfmannschaften voll wirksam werden zu lassen. Die 14
nach Hirschstein Wechselnden sind fast ausschließlich Kinder- und Jugendliche,
davon 7 Mädchen.


22. Erster Auftritt von neuen Mannschaften

Die erste Mannschaft die im weiblichen Bereich für Hirschstein an Punktspielen
teilnahm, war eine Schülermannschaft die im Spieljahr 1966/67 in der Kreisklasse
der weiblichen Pioniere antrat. Zu dieser Mannschaft gehörten G.Kuntze, B.Marle,
S.Sommer, B.Ehrig und S.Weber.
Im Spieljahr 1967/68 spielte zum erstenmal eine zweite Herrenmannschaft, die in
den kommenden Spieljahren aber nicht immer aufgestellt wurde. In dieser
Mannschaft standen: P. Hiller, Ch. Hirsch, K. Mögel, W. Jochmann. Die erste
Herrenmannschaft startete mit S. Hartmann, H. Wolf, F. Gebel, H. Stellmacher und
R. Schmidtgen.
Die Sportfreunde Wolf, Gebel und Stellmacher spielten ununterbrochen ab der
Saison 1957/58 in der 1. Mannschaft. Im Spieljahr 1968/69 startete neben einer
weiblichen Jugendmannschaft auch erstmals eine Damenmannschaft. In der
Jugendmannschaft spielten neben den Mitgliedern der ersten weiblichen
Pioniermannschaft von 1966/67 noch R. Hennig, K. Naumann und B. Pötzsch. Im
Aufgebot der Damenmannschaft, die wie die Jugend im Kreis antraten, standen R.
Hermann, A. Reski, H. Hirsch und B. Hausmann.


23. Schulsportgemeinschaft sorgt für Nachschub

In der SSG Boritz wurden seit Beginn des Spielbetriebes ständig Nachwuchsspieler
trainiert, die dann über die Jugendmannschaften auch bis in den Männerbereich
hinein weiter aktiv waren und zum Teil heute noch sind. Der am längsten aktive
Hirschsteiner Spieler ist Bernd Dietze, der in der Saison 1959/60 bei den Pionieren
in der Kreisklasse zum ersten Mal aufschlug und noch heute in der 4. Mannschaft in
der 2.Kreisunion aktiv ist.
Ein gutes Jahr für den Trainingsbeginn von Schülern war das Jahr 1967. Spieler wie
G. Werner, R. Hentschel, W. Hübel, K. Schumann und K. H. Opper waren in den
nächsten Jahren im Schüler- und Jugendbereich im Kreismaßstab mit führend.
1970/71 erkämpfen sie sich in der Kreisklasse der Schüler den ersten Platz genauso
wie die Jugend mit den Spielern M. Schumann, D. Wachs, A. Stellmacher und V.
Sczepanski. Die Jugendmannschaft mit R. Hentschel, K. H. Opper, H. Müller und
W. Hübel wurde 1974/75 Mannschaftskreismeister und Aufsteiger in die
Bezirksklasse (7. Platz).


Im Spieljahr 1973/74 wurde die Jugendmannschaft Kreismeister. Karl-Heinz Opper,
Klaus Schumann und Gottfried Werner werden vom Sektionsleiter Helmut Stellmacher
und dem BSG- Vorsitzendem Heinz Dickel (v.l.) geehrt. Zur Mannschaft gehörten
außerdem Roland Hentschel und Helge Müller.


Am Anfang der 1970´ er Jahre tauchten dann im Schülerbereich Namen auf wie H.
Müller, E. Müller, N. George. Ihnen folgten unter anderem A. Kretzschmar, F.
Riedel, R. Wachs, A. Fichtner und J. Sczepanski. Nach Erfolgen im Schülerbereich
werden die fünf zuletzt genannten 1977/78 Kreismeister der Jugend und Aufsteiger
in die Bezirksklasse, wo sie einen sehr guten 4. Platz belegten. Die Sportfreunde
Kretzschmar, Riedel, Fichtner und Wachs sind seitdem und noch heute in
Mannschaften von der Kreisklasse bis zur Bezirksklasse aktiv. Aus den Reihen
dieser Mannschaft übernahmen die Sportfreunde Fichtner und Riedel ab der Saison
1979/80 zeitweise das Training der Schüler der SSG, durch den krankheitsbedingten
Ausfall von Sportfreund Stellmacher.


24. Mitgliederanstieg durch gute Nachwuchsarbeit in den Achtziger Jahren

Viele neue Spieler durchlaufen in den Siebziger und Achtziger Jahren die Stationen
von den Schülermannschaften der SSG über die Jugend bis in die
Herrenmannschaften. Das sind Spieler wie A. Opper, M. Ulbricht, A. Fehrmann, G.
Matz und F. Ulbricht. Erfolge im Schülerbereich stellen sich bald ein, nachdem alle
zuvor bei den Schulmeisterschaften auf sich aufmerksam gemacht hatten. So unter
anderem auch die Spieler G. Remus, M. Remus, R. Müller und Th. Müller oder die
in den Jahren 1983 bis 1985 bei den Schulmeisterschaften dominierenden C.
Hanefeld, H. Dietze, St. Ulbricht. M. Spölders und T. Wahl. Sie spielen in
Schülermannschaften im Kreis und nehmen erfolgreich an Einzelmeisterschaften
teil. Später als Jugendmannschaft wurden sie Kreismeister und in der
Bezirksklassensaison 1987/88 Staffelsieger.


Die Jugendmannschaft mit S. Waldheim, H. Dietze,
C. Hanefeld und St. Ulbricht (von links) am 09. April 1989.


Auch Mädchen nahmen wieder an Schulmeisterschaften und später am
Trainingsbetrieb und Mannschaftsmeisterschaften teil. Bei den Schulmeisterschaften
1986 gewann C. Hanefeld vor H. Thomaß, M. Waldheim, K. Keilhaue und H.
Hammermüller.


25. Erfolgreiche Saison

Die Saison 1987/88 bringt neben dem Staffelsieg der Jugendmannschaft noch
weitere Erfolge. Die 1.Herrenmannschaft mit A. Kretzschmar, B. Dietze. W. Hübel
und F. Riedel wurde Mannschaftskreismeister und sie konnten sich in der
Aufstiegsrunde für die 2. Bezirksliga qualifizieren. Außerdem erreichten die Herren
das Endspiel im Landsportpokal des Bezirkes Dresden gegen Großnaundorf,
verloren aber mit 2:10. Bei den Einzelkreismeisterschaften der Allgemeinen Klasse
1988 gab es die erste Medaille für Hirschstein überhaupt. Arndt Kretzschmar und
Thomas Wahl konnten im Doppel einen 3. Platz erringen.


Die 1. Herrenmannschaft mit A. Kretzschmar, B. Dietze, W. Hübel und Frank Riedel (v.l.) wurde
1988 Kreismeister und nach erfolgreicher Aufstiegsrunde spielte zum erstenmal eine Hirschsteiner
Herrenmannschaft im Bezirksmaßstab.


Bei Spielklassenturnieren war vor allem A. Kretzschmar in der Allgemeinen Klasse
erfolgreich, im Jugendbereich startete Carsten Hanefeld in der Spielklasse 3 und
außerdem bei Meisterschaften im Bezirksmaßstab. Durch seine überragenden
Leistungen schon im Schülerbereich wurde er einige Mal erfolgreich als
Ersatzspieler bei den Herren eingesetzt.


26. Zusätzlicher Aufschwung durch Spiellokalwechsel 1988

Der Wechsel des Spiellokales im September 1988 nach Riesa brachte einen
zusätzlichen Aufschwung durch die neuen Trainingsmöglichkeiten. Das betraf auch
die Anzahl der Mannschaften. Nachdem ab der Saison 1984/85 eine 3.
Herrenmannschaft startete, kam ab 1989/90 eine 4. Mannschaft dazu. Nicht zuletzt
wegen der Fusion mit Einheit Riesa ab 1994 wurde die Zahl der
Herrenmannschaften weiter erhöht. Ab 1993/94 startete jedes Jahr eine
Herrenmannschaft mehr in die Spielsaison der Kreisklasse. Doch bei sieben
Mannschaften ab 1995/96 waren auch die Grenzen der größeren Halle in Riesa
erreicht. Bei bis zu drei Punktspielen an einem Abend muss das Training ausfallen.


27. Damenmannschaft startet in der Bezirksliga

Nach Erfolgen in Pokalwettkämpfen ab 1992 mit dem Gewinn des
Spielbezirkspokals wurden die Damen 1995 sogar Sächsischer Pokalsieger. Ab
1994/95 starteten die Damen als Mannschaft zunächst in der Bezirksliga, der
niedrigsten Einstiegsklasse für Damen im Spielbezirk Dresden. Sie wurden sofort
Bezirksmeister und damit Aufsteiger in die Landesliga und spielen seitdem
ununterbrochen in dieser Klasse. Vom Anfang an dabei und im Stammvierer sind
Karola Jahn, Romana Reichel, Dr. Sabine Frank- Behrendt und Petra Grützner
(Kosiol). Bis 1998 wurde Ulrike Vogel eingesetzt, die schon seit der
Schulsportgemeinschaft und später ab 1990 im Jugendbereich erfolgreich für
Hirschstein startete. Seit der Zeit in der SSG bis heute dabei ist Cathleen Heidrich
(Hanefeld). Vor allem während der Babypausen von Petra Grützner und Romana


Die Mitglieder der Landesligamannschaft am 11.März 2006 von links: Anke Opper,
Petra Kosiol (Grützner), Dr. Sabine Frank- Behrendt, Cathleen Heidrich (Hanefeld),
Romana Reichel, Karola Jahn und Steffi Rossberg.


Reichel vor einigen Jahren, wurde sie zur wichtigen Stammspielerin und half in
dieser schweren Zeit mit, den Klassenerhalt in der Landesliga zu sichern. Dort
ebenfalls als Ersatzspielerin eingesetzt wird Anke Opper, die seit 1986 für
Hirschstein spielt. In den ersten Jahren war sie in verschiedenen Herrenteams aktiv.
Zu einer wichtigen und immer stärker werdenden Spielerin hat sich die noch für die
Jugend startberechtigte Steffi Rossberg entwickelt. Bei ihren Einsätzen als
Ersatzspielerin in der letzten Saison konnte sie überzeugen.


28. Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft

Von drei bis zu zehn Mannschaften starteten in den vergangenen fünf Jahrzehnten
pro Saison seit dem Punktspielstart 1957/58. Insgesamt waren das bis zur letzten
Saison 2006/07 149 Herrenmannschaften, 17 Damenmannschaften, 57 männliche
Jugendmannschaften, 52 männliche Schülermannschaften, 4 weibliche Jugendmannschaften
und 2 weibliche Schülermannschaften.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind 48 Sportfreundinnen und Sportfreunde zwischen
neun und vierundsiebzig Jahren Mitglied der Sektion Tischtennis im SV Hirschstein.
Fast alle spielen aktiv in den sechs Herrenmannschaften, der Damenmannschaft oder
in der Schülermannschaft. Dabei ist besonders erfreulich, dass die
Damenmannschaft nun schon ihre zwölfte Saison seit dem Spieljahr 1995/96 in der
Landesliga spielten, trotz so mancher Besetzungs-Probleme in der letzten Zeit.
Die erste Herrenvertretung beendete jetzt die 16.Saison in der Bezirksklasse, seit
dem ersten Auftritt 1988/89. Den drei Abstiegen in dieser Zeit folgte jeweils nach
dem Kreismeistertitel der sofortige Wiederaufstieg. Eine der 1. Mannschaft folgende
breite Basis im Herrenbereich startet mit der zweiten bis sechsten Vertretung in der
1. und 2. Kreisunion und Kreisklasse. Dort sind sie mit leistungsbestimmend, was
sich an guten Platzierungen und Staffelsiegen der 2. Kreisunion sowie
Kreismeistertiteln in den letzten Jahren zeigt.
Eine Schülermannschaft startete seit 2005 auch wieder, sie sind aber mit die
Jüngsten und diese körperliche Unterlegenheit zeigt sich noch in den Ergebnissen
bei den Spielen in der Kreisunion. Gute Ergebnisse bei Einzelmeisterschaften gab es
dennoch, 2005 konnten Alexander Küttner und Paul- Julius Behrendt bei den
Bezirksmeisterschaften den 3. Platz belegen. Alexander Küttner spielte sich 2006 bis
in die Landesrangliste und wurde zweifacher Bezirksmeister bei den Schülern C.
Auch in dieser Saison haben sich Paul- Julius Behrendt und Vincent Reichel bisher
in den Ranglisten weit nach oben gespielt. Paul- Julius startet gemeinsam mit dem
gesetzten Alexander Küttner Anfang Juni bei der Rangliste 2 in Grumbach und
Vincent Reichel tritt im Juni beim Qualifikationsturnier für die RL 1 in Döbeln an.
Die sportliche Zukunft eines Sportvereines hat das Fundament in seinem
Nachwuchs.
Zählt man alle ehemaligen und heutigen Sportfreunde zusammen, die in Boritz und
ab 1988 in Riesa Tischtennis gespielt haben und noch tun, reiht sich eine Liste von
313 Namen auf.
Die sportliche Betätigung und der Vergleich mit anderen Sportlern standen von
Anfang an erster Stelle bei der Durchführung des Tischtennissportes in Boritz und



Die hoffnungsvollen Nachwuchsspieler des SV Hirschstein von links:
Paul- Julius Behrendt, Alexander Küttner, Anna Schneese, Vincent Reichel
und Phillip Schneese.


später in Riesa, aber auch die Entwicklung von positiven Charaktereigenschaften,
insbesondere bei den jungen Spielern, waren und sind Ziele beim Training und
Wettkampf.
Dabei gab es immer wieder Sportler, und es gibt sie heute noch, die nicht nur Training und Wettkämpfe selbst mit durchführten und organisierten, sondern das
ganze bürokratische Alltagsgeschäft erledigen. Leider ist dieser Aufwand gestiegen,
insbesondere auch der finanzielle und man rechnet fast täglich, ob der schöne
Tischtennissport im derzeitigen Umfang in der Zukunft noch zu bezahlen ist. Eine
Beitragserhöhung um mehr als 60% war notwendig, um die Ausgaben,
insbesondere die Kosten für die Nutzungsgebühr der Sporthalle, zu finanzieren.


Die Teilnehmer am Hirschsteiner Vereinspokal 2007.


Das Finale im Vereinspokal 2007 bestritten Sven Schirrmacher (links) und Martin
Seemann, Schiedsrichter Sven Küttner.



Die Hirschsteiner Bezirksklassenmannschaft vor dem letzten Punktspiel der Saison am
21.März 2007 mit Arndt Kretzschmar, Martin Seemann ,Henry Müller, Frank Behrendt,
Sven Schirrmacher und Steffen Kauschke. (v.r.)


29. Mannschaften bis 1980

Auf den folgenden Seiten sind alle Mannschaften der BSG Traktor Nünchritz und ab
1961 der BSG Traktor Hirschstein sowie die Nachwuchsmannschaften im
Schülerbereich der Schulsportgemeinschaft Boritz bis 1980 aufgeführt.

2. Herrenmannschaft am 28.12.1986:
Reiner Wachs, Andreas Fichtner,
Mario Ulbricht und Fritz Gebel (v.l.)
Jugendspieler am 28.12.1986: Steffen Ulbricht,
Enrico Jahn, Hagen Dietze, Jan Roßberg, Carste
Hanefeld, Matthias Spölders, Thomas Wahl (v.l.)
3. Herrenmannschaft am 28.12.1986:
Karl-Heinz Opper, Mathias Lorenz, Andreas
Opper, Mirko Remus, Ralf Müller, Günter
Rühle